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Zwei Bulgaren haben für mehrere Monate Frauen nach Bremen gelockt
BREMEN - Nach neun Verhandlungstagen sind am Mittwoch ein 29-jähriger Mann und eine 25-jährige Frau aus Bulgarien der Zuhälterei in Tateinheit mit Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung in zwei Fällen vom Landgericht Bremen schuldig gesprochen worden. Verurteilt wurden sie zu Freiheitsstrafen von einem Jahr und zehn Monaten sowie zu einem Jahr und fünf Monaten. Die Strafen wurden jeweils zur Bewährung ausgesetzt. Damit folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Das Urteil kam nicht überraschend, da sich die Prozessbeteiligten vorab geeinigt hatten. Die Kammer folgte in ihrer Urteilsbegründung den Ausführungen, die die Staatsanwältin kurz zuvor in ihrem Plädoyer dargelegt hatte. So sah das Gericht es als erwiesen an, dass das angeklagte Pärchen aus Bulgarien zwei junge bulgarische Frauen zwischen Dezember 2007 und Juni 2008 zur Prostitution nach Bremen gelockt hatte – mit der Aussicht, viel Geld zu verdienen. In sogenannten Modellwohnungen in der Neustadt gingen die beiden Frauen der Prostitution für mehrere Monate nach, erhielten das versprochene Geld von ihren Zuhältern jedoch nicht, wie es hieß.
„Die Absicht, die Frauen wie vereinbart zu bezahlen, hatten die beiden Angeklagten von Anfang an nicht“, sagte die Staatsanwältin. Die Frauen wollten daraufhin in ihr Heimatland zurück, trauten sich aber nach eigenen Angaben aus Angst vor den beiden Angeklagten nicht zu fliehen. Erst als eine der beiden Frauen über das Handy eines Freiers ihre Schwester in Spanien anrief und diese die Polizei verständigte, wurden die Bulgarinnen von der Bremer Polizei befreit. Die beiden Angeklagten, deren Aufenthaltsort der Polizei lange unbekannt gewesen war, konnten erst im vergangenen August festgenommen werden. Seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft.
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